DBZ 3/2003

     
     
     

"Ausgezeichnete" Ziegel-Architektur

     

     

Fünf Architekten gewannen den 5. unipor-Architekturwettbewerb "Im Einklang mit der Natur". Anlässlich der BAU in München wurden sie für beispielhafte Ziegel-Architektur in energieoptimierter Bauweise ausgezeichnet. Für die Jury kam es bei den 72 eingereichten Objekten vor allem auf umweltgerechte Lösungskonzepte an.

         
   

Moderne Interpretation der 20er Jahre
Mit seinem Mehrfamilien-Wohnhaus in Bielefeld verwirklichte Architekt Elmar Kriesten (Kassel) überzeugend das Motto "weniger ist mehr" und errang den 1. Preis (5000 Euro) "für eine zeitgemäße Interpretation des Baustils der zwanziger Jahre", so die Jury. Fenster nach Süden treten durch asymmetrische Platzierung in ein freies geometrisches Spiel. Das ökologische Konzept beruht auf kompakter monolithischer Bauweise mit Niedrigenergie-Ziegeln. Mit Mineralwolle und Leichtputz versehenes Mauerwerk reduziert den Energieverbrauch auf rund 54 kW/qm im Jahr bei einer Wohnfläche von 313,6 qm.
Harmonische Verbindung von Alt und Neu
Für dieses Objekt aus "Ziegel pur" erhielt das Architekturbüro Prof. Christoph Mäckler aus Frankfurt a. M. den 2. Preis (2500 Euro). Der Haupteingang des zentralen Neubaus der Levi-Strauss-Oberschule in Berlin belässt den bestehenden Bauten ihre Eigenständigkeit und definiert zugleich eine neue spannungsvolle Mitte. Tiefe Fensterlaibungen und eine plastische Fassadengestaltung zeugen vom perfekten Umgang mit massivem Mauerwerk. Die 50 cm dicke zweischalige Ziegelwand sorgt für optimalen Schallschutz bei hoher Wärmespeicherkapazität.
"Das rote Haus" setzt ein Zeichen
Das Architekturbüro Stegepartner aus Dortmund erhält für ein Zweifamilien-Haus einen weiteren zweiten Preis. Es besticht durch seine stringent kubische Architektursprache. Die energieoptimierte massive Ziegelbauweise und eine zur Sonne geöffnete Glasfassade zeugen vom ökologischen Anspruch. Das Gebäude erreicht ohne zusätzliche Dämmung Niedrigenergiestandard. Bei einem U-Wert von 0,30 liegt der Jahresheizwärmebedarf bei nur 55 kW/qm.
Im Zentrum zurück zur Natur
Für drei Wohngebäude-Einheiten mit Niedertemperaturheizung, Raumwärme- und Regenwassernutzung im Zentrum des neuen Marburger Ortsteils Cappel erhielt die Architektin Christine Ochs aus Kassel den dritten Preis (1500 Euro). Mit monolithischen, verputzten Außenwänden aus Ziegeln (36,5 cm, 0,14 W/mK) und Wärmeschutz-Fenstern (U-Wert 1,2 W/qm) erreicht der Bau den Niedrigenergiestandard und wurde öffentlich gefördert.
Natur in Wand und Dach
Durch natürliche Baustoffe wie den unipor-Ziegel, Fernwärme und eine abgestufte Energierückgewinnung über die Lüftungsanlage benötigt das Gehörlosenzentrum in München-Oberföhring nur 19 kW/qm/a. Begrünte Dächer übernehmen eine ökologische Ausgleichsfunktion und bilden den natürlichen Übergang zum angrenzenden Park. Dafür erhielt das Architekturbüro Johann Schmuck (München) den 4. Preis.