Stadtbaukunst – Dortmunder Vorträge

 

 

„In der Reihe der Dortmunder Vorträge zur Stadtbaukunst des 2008 gegründeten Deutschen Instituts für Stadtbaukunst werden die zentralen Fragen der heutigen Stadtbaukunst behandelt. Architekten, Ingenieure, Ökonomen, Soziologen, Politologen, Verkehrstechniker, Juristen, Historiker und Vertreter anderer mit der Stadt befasster Disziplinen sprechen darüber, woran es unseren Städten heute fehlt und was die Stadtbaukunst leisten sollte. Dabei geht es vor allem darum, diese unterschiedlichen Aspekte der Stadt wieder in der Gestaltgebung der Stadt zusammenzuführen, um eine dauerhafte, lebenswerte und schöne urbane Umwelt zu schaffen.“ Soweit so gut der Klappentext. Und wirklich weisen die hier versammelten Beiträge – auch von Vorstandsmitgliedern des herausgebenden Instituts verfasst – in die eine, die allerdings auch zweifelhafte Richtung: der der Schönheit. „Schöne urbane Umwelt“, ja was soll das denn sein? Dem Institut wie auch den Verfassern der hier vorliegenden Vorträge ist das klar: Nicht das, was wir in Deutschland haben, eher das, was Italien so anziehend macht.

Über die Schönheit von Städten zu disputieren ist zur Zeit sehr en vogue. Dass hierbei meist auf Form und Fügung abgehoben wird, auf Maßstäblichkeit und Verweise in eine Zeit, die wir längst hinter uns wissen, macht diese Disputation (von Diskussion ist hier kaum zu sprechen) zur ideologisch geführten Kontroverse über das städtische Lebensmodell schlechthin. Die Kunst, Städte zu bauen sei, so das Institut, einmal eine gestalterische Fähigkeit, dann aber auch, die im Städtebau unterschiedlichen „Aspekte wie soziale, ökonomische, politische, ökologische, technische und kulturelle Anforderungen in der Gestaltgebung der Stadt zusammenzubringen“. Die Aufsätze des hier vorliegenden zweiten Bandes suchen nicht nach der Schönheit des Vorhandenen – die wird schlicht nicht gesehen –, sie suchen nach Bildern (in Italien zum Beispiel oder der Geschichte), die stark genug sind, das Gegenwärtige als das Endprodukt einer Entwicklung aussehen zu lassen, an welcher sie selbst niemals nicht beteiligt sind. Wollen die Autoren provozieren? Sie wollen es. Schönheit, wie sie schreiben, ich denke, sie meinen Bürgerlichkeit. Aber die ist in Deutschland absehbar nicht mehr zu haben. Be. K.
Aus dem Inhalt: Wolfgang Sonne – Stadtbaukunst alter und neuer Zeit; Christoph Chorherr – Grüne Politik für eine urbane Stadt; Bernd Reiff – Baurecht und Stadtgestalt; Hans Kollhoff – Die schöne Stadt; Georg Franck – Architektonische Qualität und Raumplanung; Ingemar Vollenweider – Stadtbaukunst heute?

2. Vortragsreihe des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst
Stadtbaukunst – Dortmunder Vorträge
104 S. , ca. 150 Abbildungen, 21 x 25 cm, Broschur mit Klappen, deutsch, 18 €
Niggli, Sulgen/CH 2010
ISBN: ISBN 978-3-7212-0715-6

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