Beton Bauteile 2011. Architektur, Ingenieurbau, Infrastruktur, Nachhaltigkeit

 

 

Die Branche ist höchst innovativ und das ist Grund genug, warum man den traditionellsten Begleiter der Betonfertigteilindustrie, das Beton + Fertigteil Jahrbuch, nach fast einem halben Jahrhundert regelmäßigen Erscheinens in eine neue Form verpackt. Doch keine Sorge, was jetzt einfacher „Beton Bauteile“ heißt und als „Edition DBZ“ vornehmer daher kommt, ist nicht weniger handfest als seine Vorgänger; nur eben ein Hauch eleganter.

Gegliedert in die Rubriken Architektur, Ingenieurbau, Infrastruktur und Nachhaltigkeit sowie mit einem umfangreichen Anhang versehen (Organisationen, Firmenporträts, Hersteller, Zulieferer) werden aktuelle Themen ausführlich und umfassend dargestellt, und Innovationen und Trends aus der Beton-Fertigteil-Industrie von allen nur erdenklichen Seiten beleuchtet. Die Projekte vorneweg – einige davon bereits in der DBZ veröffentlicht – zeichnen sich sämtlich durch höchsten gestalterischen und ingenieurtechnischen Anspruch aus, der seine qualitätvolle Entsprechung im Niveau der Erläuterungstexte wiederfindet. Wollte man meckern, dann könnte man sich für spätere Ausgaben wünschen, dass in diesem Fachbuch noch mehr Baustellenfotos gezeigt werden, die den sattsam bekannten Oberflächen den (auch konstruktiven) Hintergrund zufügen, den der Leser hier erwarten muss.

Dass es vom (hier so genannten) „Architektenbeton“ gleich anschließend zum Tiefbau geht, ist logisch und freut jeden, der sich mit der Planungs- und Ausführungskomplexität von mikrobewehrten Hochleistungsbetonen, Bauteilen aus Spann- und Faserbeton, Brandverhalten oder modularem Bauen befasst. Noch tiefer in die Materie steigt das Autorenteam in der Rubrik Infrastruktur, in welcher neben der klassischen Ingenieurbrücke, der Gestaltung von Außenanlagen auch verschiedene Tunnelbauaufgaben im Detail präsentiert werden. Auch hier sind die textlichen Ausführungen von bester Qualität, zwischen sprachlich gekonnter Anschaulichkeit und strenger wissenschaftlicher Nüchternheit sind alle Levels aufgespannt.

Dass das Thema Nachhaltigkeit ein inzwischen unumgängliches ist, möchte man über einen Baustoff schreiben, beweist das abschließende vierte Kapitel mit gleichem Namen. Hier werden ganz verschiedene Projekte vorgestellt, deren Zubiegen auf eben „Nachhaltigkeit“ zum Teil allerdings ein wenig nach Verrenkung schmeckt; nicht allein die Pflegeleichtigkeit oder Bestandsdauer eines Materials macht es schon zum nachhaltigen. Wie sich das Nachhaltigkeitsaspekt allerdings gezielt auf den Baustoff und die von ihm erlaubten Konstruktionen fokussieren lässt, davon legt ein Erläuterung der GrunaBau (=Grundsätze des nachhaltigen Bauens mit Beton) Zeugnis ab. Hier wird Bauen mit Beton gegen Bauen Stahl verglichen.

Der Anhang bietet einen weiten Überblick über die Protagonisten (Verbände, Firmen, Hersteller, Zulieferer), mit Projektbeispielen, Leistungsspektrum, Ansprechpartner. Leider fehlt noch immer ein die gesamte Publikation erschließendes Stichwortregister (Bauteile, Bauaufgaben, Architekten, Orte, Projekte …); wenngleich die klare Struktur der Publikation und ihr durchgehende übersichtlicher gemachter Aufbau die Fülle des Materials trotz dieses winzigen Mangels sehr gut handhabbar machen. Be. K.

Edition DBZ, hrsg. unter Mitwirkung des BDB
Beton Bauteile 2011. Architektur, Ingenieurbau, Infrastruktur, Nachhaltigkeit
240 S., zahlr. Farbabb., 36 €
Bauverlag Gütersloh 2010
ISBN: 978-3-7625-3641-3

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