raumtexte. Eine Anthologie zur literarischen Innenarchitektur

 

 

Raum und Zeit sind die Konstituenten, die unser Dasein in der Welt verorten, ohne diese wäre alles reine Virtualität und höchstens noch Vermutung. Architektur hat nun wesentlichen Anteil an der Schaffung und Ausgestaltung von Raum, der sich im Ingenieurhandwerk allerdings weniger im Philosophischen reflektiert, als in der Bemaßung von Plänen, der Volumenzuweisung im CAAD oder auch der schnelle Handskizze, die weit vor dem Einschalten der Rechner Raum erfinden und definieren kann.

Raum wird allerdings auch ganz woanders beschrieben, in der Literatur beispielsweise, die – selbst wenn sie es vermeiden wollte – ohne den Raum nicht auskommt. Grund genug, einmal zu schauen, wie Literaten In der vorliegenden Anthologie von literarischen Texten aus dem 18. bis 21. Jahrhundert sind kurze und längere, konkret darstellende oder auch nur andeutende Beschreibungen von Zellen, Kammern, Zimmern und Sälen versammelt, die ein ganz beachtliches Repertoire an Möglichkeitsformen der Raumgestaltung bieten (meist auf je einer Seite im Auszug abgedruckt). Und dass diese Raumwelten mit Lichtern beleuchtet, mit Gerüchen und Geräuschen gefüllt, mit Ängsten und auch sonnigem Dasein, möchte einen gleich los legen lassen, Herrn Swift, Kafka, Proust oder Twellkamp oder Frau Woolf ein Zimmer zu bauen für ihre Geschichte, die die unsere Heute werden könnte. Abgeschlossen wird die Sammlung von einem Text des Herausgebers, der Zusammenhänge ebenso erläutert, die editorische Absicht und Vorgehensweise klar stellt wie das Projekt insgesamt veranschaulicht und für weitere Bearbeitung/Inspirationen/etc. öffnet. Be. K.

Andreas K. Vetter (Hrsg.)
raumtexte. Eine Anthologie zur literarischen Innenarchitektur
370 S., 24,80 €
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2011
ISBN: 978-3-89528-859-3

Dieses und weitere Bücher sind bestellbar unter: www.profil-buchhandlung.de.