Insular Insight. Where Art and Architecture Conspire with Nature

 

 

Seit Fukushima wissen auch, oder sollten es wissen, die Japaner, dass eine Insel durchaus etwas von einem Gefängnis haben kann. Und uns dürfte klar geworden sein, dass Inseln, als luxuriöser hortus conclusus, nicht unbedingt die Garantie darstellen für paradiesähnliche Zustände. Mitte der achtziger Jahre, als das in dieser Publikation skizzierte Projekt auf den Inseln Naoshima, Teshima und Inujima, im japanischen Seto-Inlandsee begonnen wurde, hätte man es bereits wissen können: Inseln sind Teil einer längst globalisierten Welt, und ihr Ausschnitthaftes, ihr Exterritoriales ist trügerisch im Hinblick auf das oben geschilderte Versprechen. Dennoch ist das Kunst- und Architekturprojekt, das sich der Unternehmer und Mäzen Soichiro Fukutake (Benesse-Schulen) Ausdruck einer Sehnsucht nach der heilen Welt, wie ich sie mir machen kann. Inzwischen hat er ein paar Museen von Tadao Ando, Hiroshi Sambuichi und SANAA eingekauft, längst Pilgerstätten für Freunde der zeitgenössischen Kunst und Architektur.

Geschichte und Geschichtlichkeit des Unternehmens, Inselmythen und Architekturkonzepte, Projektbeschriebe und Reflexionen über das Bauen und seine Möglichkeiten, dazwischen jede Menge schöner Bilder von Iwan Baan, das alles sowie eine wie immer bei Lars Müller hervorragende Grafik machen das schwergewichtige Buch zu einem runden Katalog über Architektur und Kunst und alles dazwischen. Be. K.

Lars Müller und Akiko Miki (Hrsg.)
Insular Insight. Where Art and Architecture Conspire with Nature
Mit Beiträgen von Peter Sloterdijk, Eve Blau, Nayan Chanda, Jean-Hubert Martin, Soichiro Fukutake, Shunya Yoshimi und Mitsuhiro Yoshimoto, 464 S., 259 Abb., 45 €
Lars Müller Publisher, Zürich 2011
ISBN: 978-3-03778-255-2

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