25.10.2002

     

Architektur und Farbe

     

Brillux Studienwettbewerb 2002 entschieden

 

Ein erster Preis: Tanja Dübeler

Ein erster Preis: Wolfgang Ködel, Ralf Grubert, Mirko Roncevic

Zweiter Preis: Maren Krätke, Gunther Hebling

Dritter Preis: Michael Böttiger

 

Die Firma Brillux setzt ihr Förderprogramm für die Studiengänge Architektur und Farbe fort: Zum dritten Mal hat Brillux einen Studienwettbewerb unter allen Studierenden, die an deutschen Fachschulen, Fachhochschulen, Technischen Universitäten, Universitäten und Akademien im Sommersemester 2002 im Fachbereich Architektur/Gestaltung eingeschrieben sind sowie Studierenden der Meister-, Fach- und Fachhochschulen des Maler- und Lackiererhandwerks durchgeführt. Das Ziel des Wettbewerbs sei neben der Förderung und Ausbildung der Studenten die Intensivierung der interdisziplinären Kommunikation zwischen Architekten und Handwerk. Schirmherr des mit insgesamt 11.400 Euro dotierten Wettbewerbes ist der ehemalige Ministerpräsident von Baden Württemberg und jetzige Vorstandsvorsitzende der Jenoptik, Prof. Dr. h.c. Lothar Späth.

Das übergeordnete Thema des diesjährigen Wettbewerbs war eine Auseinandersetzung mit der kunsthistorisch bedeutsamen Weißenhofsiedlung in Stuttgart, die in diesem Jahr 75jähriges Jubiläum feiert. Dabei standen zwei Aufgaben zur Auswahl. Zum einen ging es darum, im Rahmen der Siedlung ein Architektur-Forum zu entwerfen; die zweite Aufgabe bestand in einem Gestaltungsvorschlag für ein Experimentierfeld mit temporären Installationen auf einem unbebauten Grundstück innerhalb der Weißenhofsiedlung. Die Teilnehmer hatten die Wahl, sich für eine der Aufgaben zu entscheiden oder Entwürfe für beide Projekte einzureichen. Ein zusätzlicher Preis wurde für die interdisziplinäre Zusammenarbeit vergeben.

Die 1927 anlässlich der Werkbundausstellung „Die Wohnung“ in Stuttgart gebaute Weißenhofsiedlung gilt als eines der wichtigsten Baudenkmäler der „neuen Architektur“ der 20er Jahre, die sehr stark von den damals aufkommenden abstrakten Kunstrichtungen wie dem Kubismus beeinflusst wurde. In Rahmen dieses einzigartigen Projektes verwirklichten namhafte Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius, Bruno Taut, Mart Stam und Hans Scharoun beispielhafte wie experimentelle architektonische Ideen von der Gestaltung einer fortschrittlichen Siedlungslandschaft. Ursprünglich wurde dabei auch dem Gestaltungselement Farbe eine wichtige Rolle zugesprochen, ein Aspekt, der im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten war und der erst im Zuge der Restaurierung der Weißenhofsiedlung wieder entdeckt wurde.

An diesem Punkt setzte der Wettbewerb an, ging es doch in erster Linie um eine Auseinandersetzung mit den Farbgestaltungen der Fassaden der Moderne der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. So wurden auch freie Entwürfe, die den Geist dieser Architekturepoche weiterführen oder mit zeitgenössischen Ideen kombinieren, ausdrücklich begrüßt. Da es sich bei dieser Veranstaltung traditionell um einen reinen Ideenwettbewerb ohne Realisierung handelte, genossen die Teilnehmer die größtmögliche Gestaltungsfreiheit und konnten ihren Ideen und Vorstellungen freien Lauf lassen.

Wie bei einem Architektur-Wettbewerb üblich, wurden die Arbeiten anonym eingereicht. Sämtliche der zahlreich eingegangenen Beiträge bestachen durch ihr hohes Niveau und ihren Ideenreichtum, wobei die Verteilung auf die beiden Aufgaben sehr ausgewogen war. Insgesamt wurden 4 Entwürfe für Preise und 5 Arbeiten für Anerkennungen ausgewählt, der Hauptpreis für das Architektur Forum geht an Studenten der FH Mainz, während der erste Preis für den Entwurf des Experimentierfeldes an eine Stundentin der Fachhochschule für Technik Esslingen geht.